Teilzeitbeschäftigte erzählen, wie sie zu ihrer qualifizierten bzw. hochqualifizierten Teilzeitarbeit gekommen sind.
Wir möchten gerne viele Fallbeispiele aufnehmen und freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen und uns beschreiben, wie sie zu ihrer qualifizierten bzw. hochqualifizierten Teilzeitarbeit gekommen sind.
Sekretärin, Teilzeit als Wiedereinstieg ins Berufsleben
Ich bin 38 Jahre alt, verheiratet und ich habe zwei Kinder im Alter von 5 und 8 Jahren. Und wir sind Doppelverdiener, mein Mann arbeitet in Vollzeit.
Nach dem Abschluß der Mittleren Reife machte ich eine Lehre zur Bürokauffrau bei einem kleinen Kfz-Unternehmen. Nach Abschluß der Lehre war ich 4 Jahre im Sekretariat dieses Betriebes tätig. Danach wechselte ich ins Sekretariat eines mittelständischen Transportunternehmens und arbeitete dort 6 Jahre in Vollzeit. Nach der Geburt meiner Tochter stieg ich auf Teilzeit um.
Beim zweiten Kind (3 Jahre später) schied ich ganz aus dem Berufsleben aus. Als mein Sohn 4 Jahre alt war und einen Kindergartenplatz bekam, entschloß ich mich wieder in Teilzeit berufstätig zu sein. Ich fragte zunächst bei meinem früherer Arbeitgeber an; leider war dort gegenwärtig keine Teilzeitstelle vakant. Da sich während meiner Berufspause im Sekretariatsbereich in technischer Hinsicht sehr viel getan hatte, suchte ich die Berufsberatung des Arbeitsamtes vor Ort auf und erkundigte mich nach einer Fortbildung in diesem Bereich.
Und ich hatte Glück , in zwei Monaten sollte ein solcher Kursus stattfinden und es waren noch einige Plätze frei. Da mit dieser Fortbildung auch ein Praktikum in einem Betrieb verbunden war, konnte ich guten Kontakt zum Unternehmen knüpfen. Heute arbeite ich dort im Sekretariatsbereich in Teilzeit (25 Wochenstunden) vormittags, meine Kollegin ist dort nachmittags tätig.
Ich bin 32 Jahre alt, verheiratet und ich habe zwei Töchter im Alter von 4 und 5 Jahren. Und wir sind Doppelverdiener, mein Mann arbeitet in Vollzeit.
Nach dem Abschluß der Mittleren Reife machte ich eine Lehre zur Arzthelferin in der Praxis eines Allgemeinarztes und arbeitete dort 5 Jahre lang in Vollzeit. Nach der Geburt meiner ersten Tochter, schied ich ganz aus dem Berufsleben aus. Als auch meine zweite Tochter in den Kindergarten kam, entschloß ich mich in meinen Beruf als Arzthelferin in Teilzeit wieder arbeiten zu gehen. Zunächst fragte ich nach einer Teilzeitbeschäftigung bei meinem letzten Arbeitgeber an.
Leider ohne Erfolg. Daraufhin nahm ich mir das Branchenbuch zur Hand und suchte mir Adressen von Allgemeinärzten heraus. Ich startete eine telefonische Bewerbungsaktion und wurde bei dieser Eigeninitative von zwei Ärzten zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Das eine Gespräch verlief sehr gut. Heute arbeite ich in dieser Praxis als Arzthelferin mit einer Wochenstundenzahl von 20 Stunden am Vormittag. Ohne meine eigenen Akti-vitäten hätte ich nicht so schnell eine solche Position gefunden.
Ich bin 35 Jahre alt, ledig und ich habe keine Kinder.
Ich habe einen Hochschulabschluß als Diplom - Biologe. Nach meinem Studium an der Universität war ich Stipendiat (DAAD) in den USA im Rahmen eines Forschungsvorhabens. Nach Rückkehr in die Bundesrepublik tätigte ich diverse Aushilfsjobs zur Sicherung des Le-bensunterhaltes; nebenbei fertigte ich meine Dissertation an und machte den Abschluß der Promotion zum Dr. rer. nat.
Danach strebte ich eine Vollzeitstelle in der Forschung an. Leider vergebens. Es wurden kaum Post-Docs-Stellen ausgeschrieben. Also arbeitete ich weiter in Aushilfsjobs auf DM 590,-- Basis. Eines Tages sprach mich ein Kommilitone aus meiner Studienzeit an, ob ich nicht Interesse an einer Teilzeitstelle in der Forschung hätte. In seiner Abteilung sei eine solche Position zur Zeit vakant. Anfangs sträubte ich mich; doch auf sein mehrfaches Drängen hin, gab ich schließlich nach und bewarb mich auf diese Teilzeitposition. Und ich bekam diese Stelle.
Mein Aufgabengebiet: Laborarbeiten im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte. Allerdings ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, daß ich nicht die halbe Stundenzahl sondern wie ein Vollzeitbeschäftigter gearbeitet habe.
Die Bezahlung entsprach nur einer halben Stelle. Knapp ein halbes Jahr habe ich in Teilzeit gearbeitet, danach bot sich mir die Gelegenheit in Form der Vollzeit tätig zu werden.
Heute arbeite ich als Vollzeitbeschäftigter mit einer wöchentlichen Stundenzahl von 70 Stunden. Den Berufseinstieg über die Teilzeitarbeit habe ich nicht bereut; durch sie habe ich die Möglichkeit einer Vollzeitstelle erst erhalten.
Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und ich habe zwei Kinder im Alter von 3 und 12 Jahren. Und wir sind Doppelverdiener, mein Mann arbeitet in Vollzeit.
Nach der Mittleren Reife absolvierte ich eine Lehre zur Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin. Daran schloß sich eine Arbeitslosigkeit von 1,5 Jahren an. Anschließend war ich 7 Jahre als Vorzimmerdame bei einer Behörde (öffentlicher Dienst) vollzeitbeschäftigt. Nach der Geburt meiner Tochter im Jahre 1987 nahm ich Erziehungsurlaub und stellte einen Antrag auf Teilzeitarbeit. Ich wollte mehr Zeit für das Kind und den Haushalt haben. Meinen alten Arbeitsplatz als Vorzimmerdame konnte ich nicht mehr bekommen, weil mein Vorgesetzter diese Tätigkeit nicht mit 2 Damen besetzen wollte.
Nach einer Wartezeit von 3 Jahren wurde eine Halbtagsstelle für den Nachmittag in der Kartei frei. Diese Teilzeitstelle wurde mir dann angeboten. Da ich nur vormittags arbeiten konnte, hat sich der Leiter dieses Amtes, der auch der Vorgesetzte meiner Stelle als Vorzimmerdame war, dafür gesorgt, daß die geteilte Stelle nicht vor- und nachmittags, sondern beide vormittags zu besetzen sind.
Diese Regelung wurde von den anderen Mitarbeitern dieser Abteilung nicht gerne gesehen, weil sie nun z.B. die Anrufe von der Nachmittagskraft, die jetzt auch am Vormittag arbeitet, mit erledigen mußten. Mit der Zeit wurde diese Regelung auch von den anderen Mitarbeitern akzeptiert.
Aufgrund dieses Stellenwechsels verbesserte sich meine Gehaltseingruppierung um 2 Stufen. Mein jetziges Aufgabengebiet umfaßt in der Wehrüberwachung: Karteibearbeitung innerhalb der Gesamtkartei mit Führen, Ändern, Sammeln und Signieren von Personalunterlagen Wehrpflichtiger.
Ich arbeite wöchentlich19,25 Stunden und die Gehaltseinstufung liegt bei BAT VI b.