Mobilzeitberatung - Qualifizierte Teilzeitarbeit für Frauen und Männer
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt im Rahmen des Modellprojektes "Mobilzeit für Fach- und Führungskräfte" Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitszeitmodelle. Beraten werden 100 Unternehmen aus allen Bundesländern.
Ziele dieser Mobilzeitberatung "Qualifizierte Teilzeitarbeit für Frauen und Männer" ist es, nach Möglichkeiten zu suchen, daß künftig mehr qualifizierte Teilzeitarbeit, auch in Führungspositionen, angeboten wird.
Das Handbuch "Teilzeit für Fach- und Führungskräfte ist im Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1999 erschienen.
Teilzeitstellenanalyse
Die vorliegende Analyse befaßt sich mit dem deutschen Teilzeitarbeitsmarkt im Bereich der Stellenanzeigen in den überregionalen Tageszeitungen der Frankfurter Rundschau (FR), der Süddeutschen Zeitung (SZ), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Wochenzeitschrift "Die Zeit" für das Jahr 1996.
Das Ziel dieser Teilzeitanalyse besteht darin, festzustellen, in welchem Umfang bereits qualifizierte bzw. hochqualifizierte Teilzeitarbeit von den Arbeitgebern angeboten wird. Die Analyse der Teilzeitpositionen erfolgt nach den Berufsgruppen, wobei die Dienstleistungsberufe mit einem Anteil von mehr als 98 Prozent vertreten sind. Für die beiden Tageszeitungen der FR und SZ wurde bereits im Jahre 1991 eine Teilzeitstellenanalyse durchgeführt, so daß die Untersuchung dieser Zeitungen Aufschluß geben kann, in welcher Form sich das Angebot an Teilzeitposten entwickelt hat. Während für das Jahr 1991 9.039 Teilzeitposten in den Zeitungen der FR und SZ zu konstatieren sind, belaufen sich die Anzeigen in Teilzeit im Jahre 1996 nur noch auf 3.434 Stellen. Der Rückgang dieser Positionen ist in der qualifizierten Teilzeit begründet, die als Anforderungsprofil eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Dazu zählen Berufe wie Arzthelfer, Erzieher, Sekretär, die einen hohen Frauenanteil an den Beschäftigten zu verzeichnen haben und wobei der Teilzeitanteil bei diesen Berufsgruppen insgesamt sehr hoch liegt. Der Trend geht bei diesen Positionen der qualifizierten Teilzeitarbeit - wie bereits schon andere Untersuchungen belegen - in Richtung zu den sozialversicherungsfreien Beschäftigungen. Die hochqualifizierte Teilzeit ist im Bereich der qualifizierten Sachbearbeitung von 79 (1991) auf 472 (1996) Teilzeitpositionen angestiegen. Sie setzt als Anforderungsprofil ein Fach- oder Hochschulstudium voraus, ist jedoch ohne Führungsverantwortung. Die Stellenanzeigen in den vier untersuchten Zeitungen für das Jahr 1996 ergeben folgendes Bild: Qualifizierte Teilzeitpositionen sind mit einer Anzahl von 2.832 Stellen vertreten, gefolgt von 1.846 Ausschreibungen in der qualifizierten Sachbearbeitung und 249 Teilzeitposten auf Führungsebene. Die qualifizierten Teilzeitposten werden vor allem in den Berufsgruppen Bürofach-, Bürohilfskräfte, Gesundheitsdienstberufe und sozialpflegerische Berufe angeboten. Bei den hochqualifizierten Teilzeitstellen auf Sachbearbeitungsebene sind es die Berufsgruppen wie Sozialpädagogen, wissenschaftliche Mitarbeiter, Wirtschafts- und Sozialwissenschafter und Psychologen. Die Führungspositionen in Teilzeit sind überwiegend im unteren Management (wie Referatsleiter, Professoren), vereinzelt im mittleren Management (wie Regierungsdirektor), angesiedelt. Um die Ergebnisse dieser Teilzeitanalyse umfassend bewerten zu können, beschäftigen sich weitere Kapitel eingehend mit dem deutschen Teilzeitarbeitsmarkt und der Teilzeitarbeit auf Führungsebene.
Die Studie von M.-Th. Herbers ist unter dem Titel "Qualifizierte Teilzeitarbeit - Teilzeitstellenanalyse" im Shaker Verlag, Aachen 1998 erschienen.
Teilzeitarbeit für Führungskräfte
Domsch hat zusammen mit der F.G.H. Forschungsgruppe Hamburg einen Kriterienkatalog zur Teilbarkeit von Leitungspositionen entwickelt, nach dem die Teilzeitfähigkeit einer Position in Abhängigkeit von der Persönlichkeit der Führungskraft sowie der Arbeitsinhalte-, abläufe und -strukturen beurteilt werden kann.
Die Studie von M. E. Domsch, K. Kleiminger, D.H. Ladwig, Ch. Strasse ist unter dem Titel "Teilzeitarbeit für Führungskräfte" im Rainer Hampp Verlag, München Mering 1994 erschienen. Herausgeber: Senatsamt für die Gleichstellung.
Teilzeit in der Führung
Die Untersuchung über Teilzeitarbeit in qualifizierten Positionen für Frauen und Männer möchte den Unternehmen Möglichkeiten und Grenzen, Chancen und Risiken der Arbeitszeitflexibilisierung aufzeigen. Dazu wurden 61 privatwirtschaftliche Unternehmen in der Nordwestschweiz aufgefordert, sich an der Erhebung zu beteiligen. 55 Betriebe nahmen daran teil; dies entspricht einer Rücklaufquote von 86,9 Prozent. 53.165 Stellen konnten insgesamt erfaßt werden; qualifizierte Teilzeitstellen sind bei den Frauen mit einer Anzahl von 445 Stellen (19,8 Prozent) und bei den Männern mit 197 (1,4 Prozent) vertreten. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß qualifizierte Teilzeitstellen überproportional durch Frauen besetzt sind und je höher die Teilzeitstelle in der Hierarchie angesiedelt ist, desto eher ist sie von einem Mann bekleidet.
Die Studie von L. D. Straumann, M. Hirt, W. R. Müller ist unter dem Titel "Teilzeitarbeit in der Führung" Perspektiven für Frauen und Männer in qualifizierten Berufen im vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich 1996 erschienen.
Teilzeitarbeit in Führungspositionen
Bei der Stadtverwaltung München wurden 57 Teilzeitführungspersonen (ohne Lehrkräfte), aber auch deren berufliches Umfeld, also Vorgesetzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie direkte und entferntere Kolleginnen und Kollegen in Vollzeit befragt. Ziel dieser Untersuchung ist die Ermittlung bisheriger Erfahrungen dieser Teilzeitführungskräfte: Wie zufrieden sind die Personen mit ihrem Arbeitsmodell? Wo sehen sie Probleme? Welche Verbesserungsmöglichkeiten werden von ihnen formuliert?
Institut für Soziologie der Luwig-Maximilians-Universität München. Eine Untersuchung im Auftrag des Personal- und Organisationsreferates der Landeshauptstadt München. Januar 1997.