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über Qualifizierte Teilzeitarbeit in Österreich

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Die Nachfrage von Frauen nach Teilzeitarbeit in Österreich ist hoch

Die Zahl der Frauen, die in Österreich auf Grund ihrer Familiensituation Teilzeit arbeiten, übertrifft die der Männer bei weitem. 2007 stellten Frauen in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen in Österreich einen Anteil von 41,5 Prozent an den Gesamtbeschäftigten, Männer hingegen nur 7,4 Prozent. Der EU-Vergleich zeigt, dass das großzügige Angebot in Österreich – bis zum 7. Geburtstag des Kindes hat man ein Recht auf Teilzeit – hierzulande von den Frauen viel stärker genützt wird.

Vor allem Frauen nehmen diese Form der Beschäftigung an, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können, weshalb die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in Österreich weiterhin ansteigt. Im Ausmaß von bis zu 35 Arbeitsstunden in der Woche ist so eine flexible und individuelle Lebensgestaltung möglich und der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten dementsprechend hoch: rund eine halbe Million Frauen gehen in Österreich einer Teilzeitbeschäftigung nach. Arbeits- und sozialrechtlich sind Teilzeitbeschäftigte Vollzeitbeschäftigten gleichgestellt. Zu bedenken ist aber, dass Teilzeitarbeit auf Grund geringerer Bezahlung zu geringeren pensions- und sozialrechtlichen Ansprüchen führt.

Beurteilt wird die traditionell hohe Frauen-Teilzeitquote in Österreich höchst unterschiedlich. Während sie für SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits zu „niedrigen Frauenpensionen, unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, nicht existierenden Karrierechancen und einem Auseinanderklaffen der Einkommensschere“ führt, verweist Staatssekretärin Christine Marek (ÖVP) darauf, dass beim Arbeitsmarktservice sieben Mal so viele Frauen mit dem Wunsch nach Teilzeit gemeldet sind, als Teilzeitjobs angeboten werden. Auch bedeute ein Teilzeitjob für viele Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf.

Sowohl als "Chance" als auch als "Herausforderung" sieht Staatssekretärin Christine Marek die Daten zum Thema Teilzeit vom jüngsten EU-Genderbericht. "Tatsache ist, dass für viele Frauen ein Teilzeitjob den Wiedereinstieg in das Berufsleben bedeutet", so Marek. Hier sei auch die Nachfrage sehr hoch. Nach den letzten Arbeitsmarktdaten vom Dezember 2007 gab es 29.475 arbeitsuchende Frauen mit dem Wunsch nach Teilzeit, aber nur 3.881 gemeldete offene Teilzeitstellen. Österreich habe mit der Einführung des Rechts auf Elternteilzeit dieser ungebrochen hohen Nachfrage auch Rechnung getragen. Laut dem letzten Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer ist die Zufriedenheit von teilzeitarbeitenden Frauen in den letzten zehn Jahren auch von 105 auf 110 Indexpunkte gestiegen. Marek wies weiters darauf hin, dass der Unterschied der Teilzeitquote von Frauen in Österreich (41,5 Prozent) im Vergleich zu Schweden (40,3 Prozent) nur minimal sei.

Andererseits bedeutet Teilzeitarbeit über einen sehr langen Zeitraum hinaus sehr wohl auch Nachteile, wie etwa bei Einkommensverlauf, Karriereentwicklung, Pensionsanrechnung etc. Deshalb sei es auch notwendig, alle Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, um eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Zahlreiche Maßnahmen der Bundesregierung wie etwa das flexiblere Kinderbetreuungsgeld als auch die Anstoßfinanzierung des Bundes von 60 Millionen Euro über drei Jahre für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sowie die Unterstützung von Tageseltern würden dazu beitragen. Darüber hinaus seien wichtige Initiativen etwa zum Ausbau von qualifizierter Teilzeit, einem verbesserten Wiedereinstieg durch den in Umsetzung befindlichen Praxisleitfaden für Wiedereinsteigerinnen oder auch Maßnahmen zu einem positiven Bewusstsein für familienfreundliche Maßnahmen in Unternehmen in Vorbereitung, so Marek.

Ein Drittel aller arbeitsuchenden Frauen in Oberösterreich wünscht sich einen Teilzeitjob. Unternehmen sehen so gut wie keine ökonomischen Vorteile bei einer Erhöhung der Teilzeitquote. Der wichtigste Grund für die Einrichtung von Teilzeitstellen ist die gewünschte Bindung bewährter Mitarbeiterinnen an das Unternehmen und die Deckung kurzfristiger Auftragsspitzen.

Eine im Auftrag des AMS OÖ erstellte Studie räumt mit der Behauptung auf, viele Frauen würden gezwungen, Teilzeitstellen anzunehmen, da sie kein Vollzeitangebot erhielten: Lediglich 43 von 906 befragten Frauen (= 4,7 %) gaben an, wegen mangelnder Alternativen Teilzeitarbeit zu wählen. Das stärkste Motiv für Teilzeitarbeit ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verbunden mit dem Bedarf nach Zuverdienst und sozialer Absicherung. Den finanziellen Druck, arbeiten zu müssen, spüren 46 Prozent der Frauen stark, weitere 21 Prozent stimmen diesem Argument weitgehend zu. 27 Prozent der befragten Frauen leben in einem eigenen Haushalt; 22 Prozent sind Alleinerzieherinnen (Kinder unter 16 Jahre).

Unter den beim AMS OÖ gemeldeten Stellen sinkt der Anteil des Teilzeitangebots: Zwischen 2004 und 2006 gab es nur eine vorübergehende Erhöhung des Anteils an allen offenen Stellen (2004: 16 %, 2005: 17 %, 2006: 14 %). Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Wunsch der Frauen nach Teilzeitarbeit aber weiter (2004: 31 %, 2005: 33 %, 2006: 34 %). Nur 12 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihr Teilzeitangebot innerhalb des nächsten halben Jahres auszuweiten.

Kaum überraschend konzentriert sich das Angebot an Teilzeitstellen auf die Bereiche Büro und Verwaltung, Reinigung, Verkauf und sonstige Dienstleistungen.