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über Qualifizierte Teilzeitarbeit in der Schweiz

Beratungen, Informationen und Tipps in der Schweiz

Die Schweiz hat eine lange Tradition, den Arbeitsmarkt möglichst wenig zu regulieren. In der Schweiz sind die Arbeitnehmer es eher gewohnt, ihr Erwerbsleben aktiv zu planen und beispielsweise in Weiterbildung zu investieren. Ziemlich ausgeprägt ist in der Schweiz die Teilzeitarbeit. Der Anteil dieser Beschäftigten liegt mit rund 31 Prozent deutlich höher als in der EU mit rund 19 Prozent. Die häufigere Teilzeitarbeit in der Schweiz wird einerseits durch das höhere Lohnniveau ermöglicht, andererseits durch die weniger stark ausgebauten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder erzwungen.

Eine starke Korrelation besteht zwischen dem Anteil Teilzeiterwerbstätiger und dem Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor: Die Länder mit fortgeschrittener Tertiärisierung wie die Niederlande, die Schweiz, Norwegen oder das Vereinigte Königreich verfügen auch über die grössten Teilzeitanteile.

Auffällig ist auch die negative Korrelation zwischen Teilzeitanteil und Erwerbslosenanteil (Erwerbslosigkeit gemäss Definition IAA). Je grösser der Teilzeitanteil, desto geringer die Erwerbslosigkeit: Die vier Länder mit den grössten Teilzeitanteilen – die Niederlande, die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich – gehören zur Gruppe der Staaten mit den tiefsten Erwerbslosenraten in Europa. Umgekehrt verfügen die Slowakei, Griechenland, Spanien und Italien über geringe Teilzeitanteile und hohe Erwerbslosenraten.

Teilzeitarbeit ist überall weit gehend "Frauenarbeit".
Die Zahlen der Teilzeit beschäftigten Frauen sind im Untersuchungszeitraum in allen Sprachregionen sowie in allen städtischen und ländlichen Räumen der Schweiz kräftig gestiegen. Das stärkste Wachstum verzeichnete die italienischsprachige Schweiz, wobei die Teilzeitbeschäftigung nach wie vor in der Südschweiz weniger stark verbreitet ist als in anderen Landesteilen. Während die Betriebszählung 2001 für die Deutschschweiz einen Anteil von 51% und für die Romandie einen Anteil von 47% Teilzeit Beschäftigten am Total aller beschäftigten Frauen auswies, war dies in der Südschweiz nur für 37% der Fall. Unter diesem Gesichtspunkt könnte das überdurchschnittlich hohe Wachstum der Zahl der Teilzeit beschäftigten Frauen in der Südschweiz auch als "nachholende Entwicklung" interpretiert werden.
In allen Sprachregionen sowie in den städtischen und ländlichen Räumen ist Teilzeitarbeit weit gehend Frauenarbeit. Der Frauenanteil unter den Teilzeit beschäftigen Personen hat zwischen 1985 und 2001 gesamtschweizerisch sogar noch von rund 74% auf rund 76% zugenommen. Eine überdurchschnittlich starke Zunahme verzeichneten dabei die französisch- und italienischsprachigen Landesteile. Insgesamt haben sich die regionalen Unterschiede im betrachteten Zeitraum damit verringert.

Wird die Erwerbsbeteiligung nach Alter untersucht, zeigt sich in der Schweiz bei den Frauen zwischen 30 bis 40 Jahren ein vorübergehender Rückgang. Dieses Muster weist darauf hin, dass sich viele Frauen aufgrund familiärer Pflichten während einiger Jahre aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen, um später wieder einzusteigen.