Job-Sharing

Job-Sharing bedeutet wörtlich übersetzt Arbeitsplatzteilung. Für Deutschland findet sich eine gesetzliche Definition in $ 13 TzBfG. Danach liegt Arbeitsplatzteilung vor, wenn der Arbeitgeber mit zwei oder mehreren Arbeitnehmern vereinbart, dass diese sich die Arbeitszeit an einem Arbeitsplatz teilen. Unter TopSharing wird ein partnerschaftliches Führungsmodell verstanden, ein Job-Sharing in Top-Positionen. Der Begriff TopSharing wurde von Julia Kuark und Hans Ulrich Locher 1998 in der Schweiz geprägt.

Beratungen, Informationen und Tipps


Arbeitsmarkt Job-Sharing

Deutschland
Job-Sharing für Führungskräfte ist in deutschen Unternehmen bislang kaum ein Thema, während im Öffentlichen Dienst Job-Sharing für Führungskräfte kein Fremdwort ist. Vereinzelt wird Job-Sharing auch auf dem Professuren-Stuhl angeboten. Dies könnte auf die Gleichstellungsgesetze zurückzuführen sein. In der Privatwirtschaft liegt bei den Führungskräften das größte Hindernis sicherlich bei der Angst vor Karrierenachteilen. Job-Sharing auf der Sachbearbeiterebene wird sowohl in der Privatwirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst angeboten. Dennoch liegt insgesamt das Angebot an Teilzeitstellen im Job-Sharing-System bei weitem hinter der Nachfrage von Personen, die eine Job-Sharing-Position suchen.
Das Interesse an Job-Sharing-Angeboten steigt langsam auch bei Männern vor allem im Gesundheitswesen. Gerade Ärzte und Therapeuten haben einen stressigen Beruf. Mit dem Job-Sharing-Modell ist ein Berufseinstieg bzw. ein Wiedereinstieg in eine Gemeinschaftspraxis möglich und bedeutet zugleich auch einen sanften Berufsaustieg.

Liechtenstein
Auf dem Arbeitsmarkt in Liechtenstein nimmt das Job-Sharing einen Stellenwert im Erziehungsbereich ein. Dort findet man diese Arbeitszeitform bei den Erziehern in den Kindergärten und bei Lehrern in den Schulen. Teilzeitarbeit und Jobsharing garantieren nicht nur eine bessere (abgesprochene) Verteilung der Arbeit im Schulbereich, sie haben auch gesellschaftspolitische Signalwirkung hinsichtlich der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Der GLLV tritt auch dafür ein, dass nach der Geburt eines Kindes der Karenzanspruch zwischen Mann und Frau aufgeteilt werden kann.

Österreich
Job-Sharing ist auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu finden. Unternehmen bieten unter anderem auch ihren Mitarbeiterinnen diese Arbeitszeitform an, um einen möglichst unkomplizierten Wiedereinstieg zu ermöglichen. Das Job-Sharing-Modell findet auch hier bei den Ärzten als Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis Anwendung.
In Niederösterreich ist Job-Sharing eine Maßnahme des Landes, um die Geburtenrate wieder zu erhöhen. Das Paket, das ab 01.01.2006 zunächst rund 14.000 Bedienstete umfasste, soll bis zum Jahr 2010 die neuen Rechte für alle 30.000 Mitarbeiter des Landes gelten, also auch für die Krankenanstalten, Pflegeheime und den Straßendienst. Die beschlossenen Maßnahmen sollen helfen, die Vereinbarung von Kind und Karriere zu erleichtern.

Schweiz
Die Arbeitsform des Job-Sharing ist in der Schweiz auf Mitarbeiterstufe (qualifizierte Sachbearbeiterebene) schon weit verbreitet. Seltener ist dagegen das Job-Sharing auf Kaderstufe (Führungsebene), bei dem sich zwei Personen die Führungsverantwortung teilen. Man spricht beim Job-Sharing auf Führungsebene von „Top-Sharing“, Die Organisationsberaterin Julia K. J. Kuark hat im Rahmen eines mehrjährigen Projekts „Top-Sharing in verschiedenen Firma mit Erfolg realisiert. Bislang sind es überwiegend Frauen, die such für ein Top-Sharing entscheiden. Männer in Kaderpositionen, die dafür in Frage kämen, sind jedoch zurückhaltend. Das Top-Sharing steht in der Schweiz noch in den Kinderschuhen, der Durchbruch ist noch nicht geschafft.